420er Europameisterschaft 2007 in Istanbul
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Am Dienstag den 17.07. ging es um 10 Uhr vormittags mit der Türkisch Airline los nach Istanbul, zur Europameisterschaft im 420er. Leider reisten mein Bruder und ich einen Tag später als die anderen Deutschen Segler in die Türkei da wir noch Schule hatten. Direkt nach der Ankunft wurden wir von einem Reiseleiter abgeholt und zu den anderen Seglern gefahren.
Wir unternahmen eine Bootsfahrt auf dem Bosporus und einem Essen in einem Restaurant direkt am Fluss. Gegen Abend erreichten wir dann unser Hotel „Harem“, in dem wir die nächsten Wochen wohnten. Zum Glück gab es dort einen erfrischenden Pool, den bei Temperaturen bis knapp 40 Grad war eine gelegentliche Abkühlung einfach nötig. Am nächsten Morgen erfuhren wir das unser Boote nicht eingetroffen sind und unsere Trainer sowie unser „Präsi“ telefonierten den ganzen Tag, um herauszufinden wo die Boote waren. Beim Mittagessen wurde zu aller Erleichterung uns mitgeteilt das die Boote im Hafen angekommen sind und wir die beiden Container ausladen können.
Vom 19.07. bis zum 24.07. lernten wir das Revier kennen, aber hatten das Problem das uns keiner so recht sagen konnte wo eigentlich das Regattarevier ist. So trainierten wir jeden tag an anderen Stellen, somit hatten wir eine weiträumige Revierkenntnis gewonnen.
In den nachfolgenden Tagen versuchten wir unsere Boote optimal auf die vorliegenden Bedingungen einzustellen. Es lief von Anfang an ganz gut, wir kamen alle gut zurecht. Unsere Trainer Gerd Eiermann uns Hendrik Isman waren zufrieden mit uns.
Am 25.07. war dann das Team Germany an der Reihe der Vermessung. Alles begann super Ruder, Schwert, Mast, Baum und Spinnackerbaum passten in die Vermessung.
Nun ging es zum Rumpfwiegen und zu unserm erstaunen war unser Boot 210 Gramm zu leicht. Wir versuchten alle Tricks aus doch es nützte nichts wir mussten uns Gewichte besorgen. Nun versucht mal in einem fremden Land wo keiner deutsch oder englisch kann Bleigewichte zu besorgen. Nach mehreren Stunden suche und Gesprächen mit den Argentiniern erfuhren wir wo wir Gewichte her bekamen. Als dieses Problem gelöst war kamen wir zu unseren neuen Segeln und erschraken unser Großsegel war im Unterliek
5 cm zu kurz und wir mussten ein Stück dran nähen. Als das dann gelöst war passte unser Spi nicht wir mussten Segelnummer nachmalen und er war etwas zu groß. Wir waren sehr verwundert wie das sein kann bei einem neuen Segel unser Trainer kam uns zur Hilfe und er kam durch nun waren wir fertig.
Wir polierten das ganze Boot noch mal und gingen alles durch das alles passte.
Am Abend fand dann im Segelclub um den Pool herum die Eröffnungsfeier statt. Alle Nationen wurden mit einem kleinen Film vorgestellt und einem Landestypischen Lied, leider bekamen wir nicht davon mit da unser Lied „wir ziehen los mit ganz großen Schritten …“ warum und wir darum eine Bolognese durch die anderen Nationen starteten. Im Pool schwamm ein 420er, an dem am Ende der Eröffnungsfeier die Klassenflagge gehisst wurde. Nach dem Feuerwerk rund um den Pool warfen sich die Iren gegenseitig ins Wasser und ein paar von uns sprangen hinterher oder wurden mitgerissen.
Am 26.07. begann die EM mit dem Practice Race. Leider haben Matthias und ich nicht teilgenommen da wir beim raussegeln kenterten und erstmal einen kleinen Schaden beheben mussten.
Am Freitag wurde es dann ernst, denn die Qualifikation für die Gold. Und Silbergruppe, die über zwei Tage gehen sollte, begann. Die 64 Herrenteams starteten in 4 Gruppen und die 64 Damenteams segelten alle zusammen.
In der ersten Wettfahrt waren wir überrascht da wir uns vor dem bis dato besten deutschen etablieren konnten.
Im zweiten Lauf waren wir dann ganz baff da wir einen glatten Start Zielsieg hinlegten und das war ein Bild vor 31 der Besten Europäischen Mannschaften ins Ziel zu kommen. Am Tages ende landeten wir dann auf platz 8.
Nun gingen wir voll Motiviert in den zweiten Quallitag. Nun kams uns flog eine Schwertlippe gleich nach dem ersten Start ab und wir waren langsamer, fuhren weniger Höhe und bekamen mit jeder Welle Wasser ins Schiff. Im zweiten rennen versuchten wir eine Lösung zu finden und unser Trainer sage wir sollen die eine Abreisen. Alles nütze nicht der zweite Lauf ging auch in die Hose. Im Dritten klebten wir dann unseren Schwertkasten zu womit das Wasserproblem gelöst war.
Nun fürchteten wir um die Qualifikation um den Einzug in die Goldgruppe aber die erbrachte Leistung am ersten Tag rette uns. Nun war das für uns gesteckte Ziel erreicht und wir gaben weiterhin unser bestes.
Nach den beiden Qualifikationstagen segelten 4 Herrenteams im Goldfleet und 3 im Silberfleet.
In den darauf folgenden Tagen gaben wir alles was wir in allen Jahren bei den Trainings mit Gerd Schuble, Axel Kohl und unseren andern Trainern gelernt hatten. Doch es war sehr schwer sich bei den aller besten zu behaupten und wir kamen am ende auf den 25 Platz.
Wir waren sehr zufrieden den das Marmarameer stellte trotz stark drehender und Böiger Winde ein gutes Segelrevier dar. Die Wärme und das schöne Wetter machten es zu einem besonderen Segelerlebnis, das wir in Deutschland so nicht kannten. Die grundsätzliche Windrichtung war ein ablandiger Nordwind, der zwischen 3 und 6 Bft. Schwankte.
Die EM endete mit der Siegerehrung und einem anschließendem Feuerwerk.
Am letzten Tag organisierte unser „Präsi“ dem deutschen EM-Team eine tolle Bootsfahrt auf dem Bosporus mit einem Restaurantschiff, wo es zum ersten Mal vernünftiges Essen gab. Im deutschen Team war ein super Zusammenhalt und wir hatten viel Spaß miteinander.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken die uns für dieses Event unterstützt haben. Den Yacht Club Radolfzell, Ralf Welschinger, Heinz Brandmaier und an alle die an uns all die ganzen Jahre gelaubt haben DANKE:
Christian und Matthias Karrenbauer
